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Mundgesundheit

Was sind Aphthen? Warum entstehen Mundgeschwüre und wie heilen sie?

27.7.2026
9 Min. Lesezeit
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Inhaltsverzeichnis

Was sind Aphthen und warum ist es wichtig, sie zu erkennen?

Aphthen sind oberflächliche, schmerzhafte Läsionen, die im Mundinneren auftreten — an der Wangeninnenseite, der Lippeninnenseite, der Zunge, dem Mundboden, dem weichen Gaumen oder dem Zahnfleisch. Sie sind meist rund oder oval, mit einem weißlich-gelben Zentrum, das von einem geröteten Rand umgeben ist. In der medizinischen Literatur wird ihre wiederkehrende Form als rezidivierende aphthöse Stomatitis bezeichnet, und Aphthen gehören zu den häufigsten Arten von Mundgeschwüren; viele Menschen erleben irgendwann in ihrem Leben mindestens einmal eine Aphthe. Am häufigsten treten Aphthen im jungen Erwachsenenalter auf; mit zunehmendem Alter nimmt ihre Häufigkeit tendenziell ab.

Trotz ihrer geringen Größe können Aphthen den Alltag spürbar beeinträchtigen und beim Essen, Trinken, Sprechen und sogar beim Zähneputzen deutliche Schmerzen verursachen. Glücklicherweise sind die meisten Aphthen gutartig und neigen dazu, auch ohne Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst abzuheilen. Dennoch ist es wichtig, eine Aphthe von anderen Läsionen der Mundschleimhaut unterscheiden zu können, ihre Auslöser zu kennen und zu wissen, wann ein Arztbesuch nötig ist — das erspart unnötige Sorgen und stellt sicher, dass behandlungsbedürftige Befunde nicht übersehen werden.

Warum entstehen Aphthen? Bekannte Auslöser

Eine einzige, eindeutige Ursache für Aphthen konnte bislang nicht nachgewiesen werden; nach heutigem Verständnis wirken genetische Veranlagung und äußere Auslöser zusammen. Man geht davon aus, dass eine überschießende Immunreaktion gegen die Mundschleimhaut bei entsprechend veranlagten Personen die Geschwürbildung in Gang setzt. Zu den in klinischer Beobachtung und Forschung am häufigsten genannten Auslösern gehören:

  • Mechanisches Trauma: Wangen- oder Lippenbeißen, zu kräftiges Putzen mit einer harten Zahnbürste oder eine scharfkantige Füllung bzw. ein abgebrochener Zahn, der an der Schleimhaut reibt
  • Stress und Erschöpfung: Intensive Arbeits- oder Lernphasen, unregelmäßiger Schlaf und Prüfungsstress
  • Nährstoffmängel: Ein Mangel an Vitamin B12, Eisen, Folsäure und Zink wird mit der Entstehung von Aphthen in Verbindung gebracht
  • Hormonelle Schwankungen: Manche Menschen bemerken, dass Aphthen in bestimmten Phasen häufiger auftreten
  • Lebensmittel: Saure, scharfe, sehr heiße oder harte Speisen können die empfindliche Mundschleimhaut reizen
  • Zahnpasta-Inhaltsstoffe: Zahnpasten mit Natriumlaurylsulfat (SLS) können bei manchen Personen als Auslöser wirken
  • Erkrankungen mit Einfluss auf das Immunsystem: Bestimmte Krankheiten und Medikamente können die Widerstandskraft der Mundschleimhaut herabsetzen
  • Familiäre Veranlagung: Bei Menschen, in deren Familie Aphthen häufig vorkommen, können sie öfter auftreten

Welche Arten von Aphthen gibt es? Minor-, Major- und herpetiforme Aphthen

Minor-Aphthen sind die häufigste Form; sie sind in der Regel kleiner als 1 Zentimeter und oberflächlich. Sie heilen meist innerhalb von 7 bis 14 Tagen narbenfrei von selbst ab und machen den weitaus größten Teil der im Alltag auftretenden Aphthen aus.

Major-Aphthen sind größer als 1 Zentimeter, tiefer und schmerzhafter. Die Heilung kann mehrere Wochen dauern, und nach dem Abheilen können Narben zurückbleiben. Aufgrund ihrer Größe und Dauer sollten Major-Aphthen ärztlich beurteilt und kontrolliert werden.

Herpetiforme Aphthen sind durch Gruppen zahlreicher stecknadelkopfgroßer Läsionen gekennzeichnet; diese Gruppen können zu größeren Geschwüren mit unregelmäßigen Rändern zusammenfließen. Trotz der Namensähnlichkeit hat diese Form nichts mit dem Herpesvirus zu tun, das Lippenherpes verursacht; der Name bezieht sich allein auf die Ähnlichkeit im Erscheinungsbild.

Unabhängig von der Art können Größe, Anzahl und Heilungsdauer von Aphthen von Person zu Person variieren; selbst bei derselben Person können zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich starke Schübe auftreten. Zu notieren, wann die Wunden auftreten, wie lange sie bestehen und wodurch sie ausgelöst werden, liefert daher wertvolle Informationen für eine genaue Beurteilung bei der ärztlichen Untersuchung.

Was ist der Unterschied zwischen Aphthen und Herpes? Sind Aphthen ansteckend?

Aphthen und Lippenherpes sind die beiden am häufigsten verwechselten Beschwerden im Mundbereich — dabei unterscheiden sich ihre Ursachen, ihre Lokalisation und ihre Ansteckungsfähigkeit grundlegend. Lippenherpes ist eine ansteckende Infektion durch das Herpes-simplex-Virus; er tritt meist an der Außenseite der Lippe und um den Mund herum auf, beginnt mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die später aufplatzen und verkrusten. Eine Aphthe hingegen entsteht im Mundinneren, wird weder durch Viren noch durch Bakterien verursacht und ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Für eine praktische Unterscheidung lassen sich drei Punkte prüfen: die Lage (Aphthen liegen im Mundinneren, Herpes meist außen an der Lippe und in deren Umgebung), das Aussehen (eine Aphthe ist ein einzelnes Geschwür mit weißlich-gelbem Grund, Herpes beginnt als Bläschengruppe) und die Ansteckungsfähigkeit (Herpes ist in der aktiven Phase ansteckend, eine Aphthe zu keinem Zeitpunkt). Ein gemeinsames Glas oder ein Kuss kann eine Aphthe daher nicht übertragen. Bei jeder unklaren Läsion im Mund sollte die endgültige Abgrenzung dennoch durch eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Wie heilen Aphthen? Unterstützende Maßnahmen für zu Hause

Die meisten Minor-Aphthen heilen auch ohne Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. In dieser Zeit geht es weniger darum, das Geschwür sofort zu beseitigen, als vielmehr darum, die Schmerzen zu lindern, die Wunde vor weiterer Reizung zu schützen und ein heilungsfreundliches Mundmilieu zu erhalten. Folgende Maßnahmen können diesen Prozess unterstützen:

  • Den Mund mehrmals täglich sanft mit lauwarmem Salzwasser oder einer Natronlösung spülen
  • Saure, scharfe, sehr heiße und harte Speisen meiden, bis die Wunde abgeheilt ist
  • Weiterhin sanft mit einer weichen Zahnbürste putzen; die Mundhygiene sollte trotz der Schmerzen nicht vernachlässigt werden
  • Ausreichend Wasser trinken, um Mundtrockenheit vorzubeugen
  • Bei häufig auftretenden Aphthen eine Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat ausprobieren
  • Auf Empfehlung von Apotheker oder Arzt schützende Mundgele, die die Wunde abdecken, sowie antiseptische Mundspülungen verwenden

Was sollte man bei Aphthen vermeiden?

Manche Hausmittel, denen nachgesagt wird, Aphthen schnell zu beseitigen, können dem Gewebe eher schaden als nutzen. Eine Aspirin- oder ähnliche Tablette direkt auf die Wunde zu legen, säurehaltige Substanzen wie puren Zitronensaft oder Essig aufzutragen oder Salz auf die Wunde zu drücken, kann die Schleimhaut chemisch reizen und die Heilung verzögern.

Ebenso wird davon abgeraten, Produkte mit unbekanntem Inhalt oder unbekannter Dosierung ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker anzuwenden. Da Rauchen und Alkohol die Mundschleimhaut zusätzlich reizen können, trägt der Verzicht darauf während der Heilungsphase zu einem angenehmeren Verlauf bei. Da zudem harte Lebensmittel wie Chips, Nüsse und knusprige Brotkruste die Wunde mechanisch reizen können, kann der Griff zu weichen, lauwarmen Speisen diese Zeit zusätzlich erleichtern.

Was macht der Zahnarzt bei der Behandlung von Aphthen?

Bei lang anhaltenden, großen oder häufig wiederkehrenden Aphthen ist eine zahnärztliche Untersuchung für den richtigen Umgang mit der Situation wichtig. Der Zahnarzt beurteilt zunächst, ob es sich tatsächlich um eine Aphthe handelt, und sucht anschließend nach Faktoren im Mund, die ein Trauma verursachen könnten. Das Glätten einer scharfkantigen Füllung, die Reparatur einer abgebrochenen Zahnfläche oder die Überprüfung der Passform von Apparaturen kann die Quelle wiederkehrender traumatischer Geschwüre beseitigen. So können etwa während einer kieferorthopädischen Behandlung Brackets und Drähte, die an der Schleimhaut reiben, oder die Ränder einer Prothese, die ungleichmäßig auf dem Gewebe aufliegen, aphthenähnliche Wunden begünstigen; Schutzwachs und Passform-Korrekturen bringen in solchen Fällen meist Erleichterung.

Wo es erforderlich erscheint, kann der Zahnarzt topische kortikosteroidhaltige Präparate oder antiseptische Produkte empfehlen; bei schweren und ausgedehnten Verläufen können Blutuntersuchungen zur Abklärung zugrunde liegender Ursachen veranlasst oder eine Überweisung an die zuständige Fachrichtung ausgestellt werden. Bei der Untersuchung wird auch die Mundgesundheit insgesamt betrachtet; werden begleitende Probleme wie die Ursachen von Zahnfleischbluten im selben Termin mitbehandelt, kann das die allgemeine Widerstandskraft der Mundschleimhaut stärken.

Auf welche Erkrankungen können ständig wiederkehrende Aphthen hinweisen?

Aphthen, die einige Male im Jahr auftreten und von selbst abheilen, sind in der Regel gutartig. Aphthen jedoch, die sehr häufig wiederkehren, in großer Zahl gleichzeitig auftreten oder ungewöhnlich lange zum Abheilen brauchen, können das orale Spiegelbild bestimmter systemischer Erkrankungen sein. In solchen Fällen sind Aphthen meist nicht der einzige Befund; Begleiterscheinungen wie Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Verdauungsbeschwerden oder Augen- und Hautbefunde können hinzukommen. Zu diesen Möglichkeiten gehören:

  • Morbus Behçet: Eine entzündliche Erkrankung, die neben wiederkehrenden Aphthen im Mund auch mit Läsionen im Genitalbereich und Augenbefunden einhergehen kann
  • Zöliakie und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Aufnahmestörungen im Verdauungstrakt können sich an der Mundschleimhaut zeigen
  • Vitamin- und Mineralstoffmängel: Ein Mangel an B12, Eisen und Folsäure sowie bestimmte Formen der Blutarmut werden mit wiederkehrenden Aphthen in Verbindung gebracht
  • Erkrankungen des Immunsystems: Immunsupprimierende Krankheiten und bestimmte Medikamente können die Häufigkeit von Aphthen erhöhen

Wann sollte man mit einer Aphthe zum Arzt gehen?

Die Mundschleimhaut ist ein empfindliches Gewebe, das den Allgemeinzustand des Körpers widerspiegeln kann; angesichts des Zusammenhangs zwischen Mundgesundheit und allgemeiner Gesundheit ist die Beobachtung von Veränderungen im Mund nicht nur für die Zähne, sondern für das gesamte Wohlbefinden wertvoll. Auch wenn die meisten Aphthen von selbst abheilen, wird in den folgenden Situationen ein zeitnaher Arztbesuch empfohlen:

  • Wunden, die länger als zwei Wochen bestehen und keine Tendenz zur Verkleinerung zeigen
  • Wunden, die weiter wachsen oder sich beim Betasten ungewöhnlich fest anfühlen
  • Wunden, die das Schlucken, Sprechen oder Essen erheblich erschweren
  • Begleitsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder geschwollene Lymphknoten unter dem Kiefer
  • Sehr häufig wiederkehrende Aphthen oder das Auftreten einer neuen, bevor die vorherige abgeheilt ist
  • Schmerzlose Läsionen im Mund, die über Wochen nicht abheilen

Häufig gestellte Fragen zu Aphthen und Mundgeschwüren

In wie vielen Tagen heilt eine Aphthe ab? Minor-Aphthen heilen meist innerhalb von 7 bis 14 Tagen narbenfrei von selbst ab. Major-Aphthen können mehrere Wochen zur Heilung benötigen und Narben hinterlassen. Jede Mundläsion, die länger als zwei Wochen besteht, ohne kleiner zu werden, sollte ärztlich untersucht werden.

Was hilft gegen Aphthen? Spülungen mit lauwarmem Salzwasser oder Natron, das Meiden reizender Speisen und schützende Gele, die die Wunde abdecken, können die Schmerzen lindern. Bei Produkten, die eine schnellere Heilung versprechen, empfiehlt es sich, vor der Anwendung Apotheker oder Arzt zu fragen.

Sind Aphthen ansteckend? Nein; da Aphthen weder durch Viren noch durch Bakterien verursacht werden, können sie nicht durch Küssen oder gemeinsame Gläser und Bestecke übertragen werden. Ansteckend ist der Lippenherpes, der meist außen an der Lippe auftritt; bei Unsicherheit, welche der beiden Erscheinungen vorliegt, schafft eine ärztliche Untersuchung Klarheit.

Kann eine nicht abheilende Aphthe ein Anzeichen für Krebs sein? Eine Aphthe selbst entwickelt sich nicht zu Krebs. Mundläsionen jedoch, die länger als drei Wochen bestehen, nicht abheilen und auffällig schmerzlos sind, können ein frühes Anzeichen anderer Probleme sein — solche Läsionen sollten ohne Verzögerung ärztlich untersucht werden.

Auf welche Erkrankungen kann ständiges Auftreten von Aphthen hinweisen? Sehr häufig wiederkehrende Aphthen können mit Erkrankungen wie Morbus Behçet, Zöliakie, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder einem Mangel an B12 und Eisen zusammenhängen. Diese Möglichkeiten lassen sich nur durch eine ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls Blutuntersuchungen abklären; eine Kontrolle ist der Selbstdiagnose vorzuziehen.

Zu welchem Arzt sollte man bei Aphthen gehen? Für die erste Beurteilung ist der Zahnarzt ein geeigneter Ausgangspunkt; durch eine Untersuchung des Mundraums lassen sich die Art der Läsion und mögliche traumatische Ursachen feststellen. Falls erforderlich, kann eine Überweisung an die Dermatologie, die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder die Innere Medizin erfolgen.

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Dieser Inhalt wurde vom zahnärztlichen Team unserer Klinik in Çukurambar, Ankara erstellt. Bei Fragen zu Ihrer Mund- und Zahngesundheit erreichen Sie uns gerne.

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Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken; für Diagnose und Behandlung ist eine zahnärztliche Untersuchung erforderlich.

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